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Überraschungssiegerin beim Herschfeldlauf

Herschfeldlauf 2017

Foto: Gunther Fink – Bei den Frauen führte kein Weg an der Kenianerin Brendah Kebeya (vorne) vorbei. Sie gewann den Hauptlauf souverän in 34:29 Minuten.

Nicht umsonst sprach Bürgermeister Bruno Altrichter im Verlauf beim 10. Herschfeld-Lauf im Rahmen des Rhön-Grabfeld-Cups von einer „internationalen Veranstaltung“ mit einer perfekten Organisation, die heuer exakt 423 Läuferinnen und Läufer anlockte. Alleine 166 Athletinnen und Athleten gingen im Hauptlauf über neun Kilometer an den Start. „Wir haben das Meldeergebnis des Vorjahres noch einmal übertroffen“, so Hauptorganisator und Streckensprecher Albrecht Wilm, nach dessen Auskunft das Event ursprünglich zunächst als einmalige Angelegenheit gedacht war. Aufgrund des regen Zuspruchs sei der Herschfeld-Lauf inzwischen jedoch eine feste Institution geworden. „Man muss auch gar nicht mehr groß nach Helfern suchen, weil alle mitmachen, wofür ich mich nochmals bedanken möchte.“
Marcel Krieghoff in Herschfeld Beim Jubiläum konnte man als besonderes Bonbon Ausnahmesportler begrüßen. So war nicht zuletzt dank des Engagements von Angela Bleichner der zweifache Rennsteiglaufgewinner Marcel Krieghoff nach Herschfeld gekommen, der am bevorstehenden Wochenende auch dem Berglaufteam Deutschland bei der Weltmeisterschaft im italienischen Premana angehören wird. Der 33-jährige Thüringer war im Hauptlauf zugleich das Maß aller Dinge und überquerte in 30:04 Minuten deutlich vor Marcus Enders (SV Frankenheim/32:32) sowie dem drittplatzierten Lokalmatadoren Ridwan Mahamud (SV Herschfeld/33:20) die Ziellinie.

Bei den Frauen musste die im Vorfeld favorisierte zweimalige Triathlon-Europameisterin Laura Zimmermann vom SV 05 Würzburg (35:12) derweil einer anderen Läuferin den Vortritt lassen. Und zwar der 25-jährigen Kenianerin Brendah Kebeya (LAC Quelle Fürth/34:29), die heuer unter anderem in der neuen Streckenrekordzeit von 1:20:36 Stunden schon den Bamberger Weltkulturerbelauf-Halbmarathon für sich entschieden hatte. „Was sie zu einem Start bei uns animiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis“, berichtet Albrecht Wilm, der dafür über seinen „Freund Alex Weber aus Österreich“ zu berichten wusste, dass der frühere Mediziner am hiesigen Rhön-Klinikum einst einer der Pioniere der immer größer werdenden und inzwischen auf über 50 Aktive angewachsenen „grün-weißen“ Laufgruppe gewesen sei. Weiterhelfen zur Person von Brendah Kebeya konnte indes deren Forchheimer Ehemann Christian Bareiss, der die Ostafrikanerin aus der Laufhochburg Eldoret im Rahmen eines Laufcamps in deren Heimat kennenlernte und unlängst heiratete. Am Wochenende habe man Bareiss‘ in Ramsthal wohnende Schwester besucht. „Und ich habe mich nach einem Rennen in der Nähe umgeschaut, das in den Formaufbau passt, so Bareiss, dessen Gattin den Herschfeld-Lauf hernach mit „ein bisschen Up and Down, aber fürs Training sehr gut“ bewertete. Für mexikanischen Touch sorgte die für den SV Herschfeld startende Alicia Garcia, die 2011 nach Deutschland übersiedelte. Auch sie traf Amors Pfeil, als sie ihren für ein Bad Neustädter Unternehmen beruflich in Mexiko engagierten Ehemann Thomas Lindenberg kennenlernte, der im Ziel sichtlich stolz auf seine bessere Hälfte war. Unter anderem 160 Höhenmeter galt es im anspruchsvollen Hauptlauf zu meistern, der den finalen Höhepunkt der Veranstaltung darstellte. Zunächst war der Nachwuchs an der Reihe, wo auch die örtlichen Fußballer stark vertreten waren. Hand in Hand geht es besser Von einem Kuraufenthalt in Bad Königshofen machte derweil Blandine Schmidiger mit ihren beiden Kindern Anais (6) und Arthur (9) einen Abstecher nach Herschfeld. „Weil wir Dario und dessen Eltern kennen“, berichtet die als Dolmetscherin in Leipzig lebende Französin, der das Motto „Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff“ mehr als den meisten anderen gesagt haben dürfte. Schließlich ist auch ihr elfjähriger Sohn Louis an Morbus Sandhoff erkrankt. So wie der siebenjährige Höchberger Dario Quack, dessen Eltern Birgit Hardt und Folker Quack 2015 den Selbsthilfeverein „Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff in Deutschland e. V.“ gründeten, der sich über den Spendenerlös des Events freuen darf. Eine Beziehung zum Ausrichterverein besteht insoweit vor allem über Darios Cousine Anne Bötsch, die früher das SV-Lauftrikot trug. „Das ist eine schlimme Krankheit, bei der durch einen Gendefekt das Gehirn bis zum Tod schrumpft. Irgendwann wird nicht mehr gelacht und man verliert alles. Egal ob Essen, Kauen, Schlucken, Laufen oder Reden. Am Ende steht die Pflegebedürftigkeit und betroffene Kinder sterben wie der dreijährige Gaspard sehr früh“, so Schmidiger, deren Filius von der schwereren GM1-Variante betroffen ist. Gerade zwölf Fälle sind von dieser in Deutschland bekannt. Schlussendlich könne man – zumindest bislang – beispielsweise durch intensives Bewegungstraining nur die Symptome der Krankheit lindern. Selbst habe man die Diagnose schlussendlich erst nach sieben Jahren erhalten. Und im Falle Dario sei es durchaus „ein Wunder, dass er noch läuft“ wie beim Start über die Stadionrunde der Bambinis. Zu den ältesten Teilnehmern zählte der für den TV Bad Brückenau startende Retzbacher Heinz Sitzmann. Mit seinen 76 Lenzen trainiert er regelmäßig dreimal pro Woche, wobei ihn zu seiner Teilnahme in Herschfeld vor allem animierte, „dass unser früherer Teamkamerad Winfried Endres jetzt hier ist und ich an diesem Freitagabend nichts Besseres vor hatte“. Sitzmann war der sogenannte „Methusalem“ im Hobbylauf über vier Kilometer, bei dem auch all seine Routine nicht verhinderte, „dass ich den Berg unterschätzt habe. Schließlich ist der erste Anstieg wenigstens 500 Meter lang“. Dabei erwartete das Feld aufgrund der Regenfälle der vorangegangenen Tage ein durchaus schmieriges Terrain, wobei Verletzungen erfreulicherweise ausblieben.

Ergebnisse Herschfeld-Lauf

800 Meter

WK U 9: 1. Klara Fatt (SC Ostheim) 4:41 Minuten; 2. Emma Reiher (TSV Hollstadt) 4:54; 3. Julia Stunauer (SV Herschfeld) 5:20.

WK U 10: 1. Felicia Lochner (TSV Mittelstreu) 4:26; 2. Joleen Mühling (TSV Mellrichstadt) 4:52.

WK U 11: 1. Vera Adushev (VfL Spfr. Bad Neustadt) 4:20; 2. Sofie Reiher (TSV Hollstadt) 4:24; 3. Melissa Schiller (ohne Verein) 5:19.

WK U 12: 1. Veronica Lochner 3:52; 2. Leonie Grimm (beide TSV Mittelstreu) 4:18; 3. Anastasia Stukanov (VfL Spfr. Bad Neustadt) 5:17. Bambini: 1. Kilian Hellmuth (SV Herschfeld) 4:40.

MK U 9: 1. Rico Schulz (TSV Saal) 4:06; 2. Malte Koch (TSV Münnerstadt) 4:12; 3. Marc Andree Schulz (TSV Saal) 4:13.

MK U 10: 1. Lucian Borst (SV Frankenheim) 4:11; 2. Max Eckert (SV Herschfeld) 4:17; 3. Henrik Schroll (RSV Wollbach) 4:25.

MK U 11: 1. Alvaro Schrenk (SV Frankenheim) 4:04; 2. Finn Griebel (SV Herschfeld) und Lorenz Wiener (TSV Saal) 4:05.

MK U 12: 1. Lennart Rössler (Bad Neustadt) 3:32; 2. Christoph Groß (TSV Mellrichstadt) 3:43; 3. Moritz Hasenpusch (TSV Brendlorenzen) 3:46. 1500 Meter

WJ U 13: 1. Antonie Butzert (TSV Irmelshausen) 6:55; 2. Emma Wiener (TSV Saale) 7:27; 3. Linda Albert TSV (Hollstadt) 7:35.

WJ U 14: 1. Karolin Groß (TSV Mellrichstadt) 6:34; 2. Penelope Schrenk, 6:43; 3. Anouk Noll (beide SV Frankenheim) 7:07.

WJ U 15: 1. Lisanne Scherer (VfL Spfr. Bad Neustadt) 7:31; 2. Lisa Schilling (SC Ostheim) 7:32.

MK U 10: 1. Roland Szöllösi (SV Herschfeld) 8:00. MJ U 13: 1. Nils Dernbach (SV Frankenheim) 6:05; 2. Frederik Büttner 6:19; 3. Philipp Dicken (beide SV Herschfeld) 7:17.

MJ U 14: 1. Lorenz Werner (TSV Höchheim) 6:30; 2. Max Weber (SC Ostheim) 6:34; 3. Aaron Chabaane (SV Herschfeld) 7:12.

MJ U 15: 1. Niclas Müller (TSV Höchheim) 6:23; 2. Nils Bocklet (SV Herschfeld) 6:42; 3. Daniel Killian (TSV Höchheim) 6:52.

MJ U 16: 1. Tizian Trost (TSV Hausen) 5:59; 2. Gunnar Witzmann (DJK Salz) 6:44.

4000 Meter

WJ U 18: 1. Ramona Geis (SC Ostheim) 16:18; 2. Alina Dierolf, 18:19; 3. Kristin Söder (beide SV Frankenheim) 21:48.

WJ U 20: 1. Rebecca Söder (SV Frankenheim) 16:48.

MJ U 18: 1. Tim Scholtysek (PSV Meiningen) 13:54; 2. Lars Dernbach(SV Frankenheim) 14:54; 3. Fabian Wilm (SV Herschfeld) 15:16.

MJ U 20: 1. Christian Topitsch (SC Ostheim) 12:42; 2. Jan Eyring (SV Frankenheim) 13:17; 3. Florian Stuhl (TSV Mühlfeld) 20:52.

Hobbylauf Frauen: 1.Eva-Maria Deutsch (TSV Höchheim) 15:25; 2. Katharina Topitsch (SC Ostheim) 15:47; 3. Theresa Faulstich (SV Frankenheim) 16:59.

Hobbylauf Männer: 1. Thomas Schrenk (SV Frankenheim) 13:56; 2. Marcel Gruber (SV Herschfeld) 14:26; 3. Tino Haßmüller (SC Ostheim) 15:18.

9000 Meter (Hauptlauf)

WJ U 18: 1. Jule Weisenseel (Intercoiffure Straub) 45:31.

W 20: 1. Brendah Kebeya (Quelle Fürth) 34:29; 2. Laura Zimmermann (SV Würzburg) 35:12; 3. Eva-Maria Schmitt (TSV Rannungen) 38:08.

W 30: 1. Lisa Nöth (SV Herschfeld) 40:00; 2. Sonja Reiher (TSV Hollstadt) 40:31; 3. Katrin Krenzer (SV Herschfeld) 41:34.

W 35: 1. Susanne Haßmüller (SC Ostheim) 38:42; 2. Julia Kessler (SV Herschfeld) 41:33; 3. Olga Moor (TSV Brendlorenzen) 48:39.

W 40: 1. Nicole Bähr (TSV Hollstadt) 44:37; 2. Petra Guck (TSV Bischofsheim) 46:46; 3. Andrea Stäblein und Kerstin Hasenpusch (beide TSV Brendlorenzen) 48:54.

W 45: 1. Tanja Dietrich 39:46; 2. Manuela Greier (beide TSV Hollstadt) 43:22; 3. Katrin Maisch (TSV Unterelsbach) 44:45.

W 50: 1. Susanne Hölderle 41:27; 2. Kirsten Martin (beide SV Herschfeld) 48:27; 3. Andrea Rittinger (TSV Bischofsheim) 58:21.

W 55: 1. Ingeborg Joa (TV/DJK Hammelburg) 48:01; 2. Irene Geiger (TSV Brendlorenzen) 50:10; 3. Christiane Friedrich (TSV Neustädtles) 52:29.

W 65: 1. Inge Drescher (DJK Leutershausen) 58:22.

MJ U 20: 1. Ridwan Mahamud 33:20; 2. Martin Ernst (beide SV Herschfeld) 56:53.

M 20: 1. Markus Veth (TSV Rannungen) 34:08; 2. Felix Eisenhauer 35:39; 3. Daniel Wilm (beide SV Herschfeld) 38:05.

M 30: 1. Marcel Krieghoff (Guts Muths Rennsteig- läufer) 30:04; 2. Marcus Enders (SV Frankenheim) 32:32; 3. Andreas Stubenrauch (RSV Wollbach) 33:44.

M 35: 1. René Kuhlmann (SV Herschfeld) 38:13; 2. Harald Dahinten (IFSYS) 39:14; 3. Heiko Geiß (TSV Hollstadt) 39:58.

M 40: 1. Andreas Grau (SV Herschfeld) 34:33; 2. Ronald Schroll (RSV Wollbach) 35:12; 3. Klaus Arnold (SC Ostheim) 35:31.

M 45: 1. Alex Schreck (SC Ostheim) 34:40; 2. Olaf Dömming (SV Werra 07 Hildburghausen) 34:54; 3. Jochen Zehfuß (TSV Bischofsheim) 36:00.

M 50: 1. Arno Albert (TSV Hollstadt) 36:30; 2. Dieter Manger RSV Wollbach) 39:39; 50 3. Norbert Erhard (TSV Münnerstadt) 43:04.

M 55: 1. Winfried Endres (SV Herschfeld) 37:13; 2. Dieter Büttner (TSV Bischofsheim) 38:16; 3. Dietmar Werner (TSV Hollstadt) 39:11.

M 60: 1. Karl-Heinz Handel (TV Bad Brückenau) 38:53; 2. Georg Temme (SC Westfalia 04 Herne) 45:26; 3. Klaus Sauerbrey (LH Suhl) 48:47.

M 65: 1. Martin Amtmann (BRK Bad Kissingen) 38:51; 2. Helmut Bott (SV Herschfeld) 43:21; 3. Klaus Wiegand (SV Wildflecken) 52:39.

M 70: 1. Willi Drescher (DJK Leutershausen) 54:05.

M 75: 1. Horst Weese (TSV Münnerstadt) 51:04; 2. Siegfried Keß (TSV Rannungen) 55:27.

M 80: 1. Franz Stockheimer (TSV Brendlorenzen) 57:36.

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/rhoen-grabfeld/Laeuferinnen-UEberraschungssiegerin-beim-Herschfeldlauf;art797,9656778
© Main-Post 2018

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Gemeinsam in die Zukunft

Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff in
Deutschland e.V. wurde 2015 von Birgit Hardt und Folker
Quack gegründet. Ihr gemeinsamer Sohn Dario leidet
an juvenilem Sandhoff . Der Verein steht mit Forschern und
Patientengruppen auf der ganzen Welt in Kontakt, um
keine Chance ungenutzt zu lassen, die Krankheit zu besiegen.
Es gibt gute Ansätze und erste Erfolge, die Mut machen,
dass Kinder mit Tay-Sachs oder Sandhoff eine Chance
auf eine Zukunft bekommen. Leider scheitern Forschungs-
projekte immer wieder an den finanziellen Mitteln.
Das wollen wir ändern.
Hand in Hand versteht sich
als Lobby der betroffenen
Patienten und deren Familien.
Der Verein wird ehrenamtlich
geführt von Folker Quack
und Birgit Hardt.

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