Herschfelder mit tollen Leistungen

Kühle Temperaturen um den Gefrierpunkt, eisglatte Streckenabschnitte und
welliges Profil: Diese Crossbedingungen erwarteten zahlreiche Rhöner Läufer-Asse
bei den unterfränkischen Meisterschaften in Gambach. Neben den bereits
bekannten Läufern aus Ostheim war in diesem Jahr mit dem SV Herschfeld eine
weitere große Gruppe am Start, die vor allem im Seniorenbereich die Altersklassen
aufmischte.

Unterfränkische Crosslaufmeisterschaften 2018 in Gambach

03.03.2018 Foto: Simona Greier
Starker Teamauftritt: Die Sportler des SV Herschfeld räumten vor allem in den Mannschaftswettbewerben ab. Lisa Nöth (hinten von links), Katrin Krenzer-Bock, Helmut Bott, Heidi Patermann und Julia Kessler. Vorne von links: Lukas Härder, Andreas Kreis, Marcel Gruber, Winfried Endres, Albrecht Wilm und Martin Grau.

Den Anfang auf der Waldrunde machten allerdings die Wettbewerbe über die Mittelstrecke von 3300 Metern. Durch die krankheitsbedingte Absage von Teamkollegin Simona Greier vertrat die A-Jugendliche Ramona Geis als einzige die Farben der Ostheimer Athleten. Klug teilte sich dabei die angehende Abiturientin ihre Runden ein und konnte sich dadurch im Gesamteinlauf
aller Teilnehmerinnen den dritten Platz sichern. Im Ziel war die Freude darüber dann direkt noch einmal übertroffen: Da die Siegerin der Frauenklasse angehörte ging der Vizetitel an die 18-Jährige.

Julian Trabert zieht an

Erstmals im Rennen bei Meisterschaften und bereits ein gewiefter Taktiker. So könnte man den Auftritt von Hausens Nachwuchsläufer Julian Trabert (14) bezeichnen. „Ich habe mich die erste Runde bewusst zurückgehalten“, sagte er und zog eingangs der zweiten Runde an seinem Konkurrenten vorbei. Und dieser Antritt konnte sich sehen lassen. Innerhalb von wenigen
Metern hatte der groß gewachsene Schüler eine ansehnliche Lücke gerissen, die im leichten Gefälle oberhalb der Zielgerade immer weiter wuchs. Nach gerade einmal 8:28 Minuten und 16 Sekunden vor seinem Mitkonkurrenten erlief sich der Schützling von Eberhard Helm in souveräner Manier den Titel der M15.

Erfolgreich waren in Gambach besonders die Senioren aus dem Landkreis unterwegs. Erster der Rhöner Fraktion und damit auch Sieger seiner Altersklasse war dabei der Ostheimer Tino Haßmüller. Er beendete die 5680 Meter in 20:48 Minuten überraschend deutlich vor Dauerkonkurrent Manuel Fößel (TV Ochsenfurt). Auf den Rängen drei und vier folgten dem 36-Jährigen gleich die nächsten Rhön-Grabfelder. Mit Marcel Gruber (22:43 Minuten) und Martin Grau (22:49 Minuten) zeigten sich gleich zwei Herschfelder Läufer in der unterfränkischen Spitze. Gemeinsam mit Andreas Grau, der als Vizemeister der M40 in 22:20 Minuten im
Ziel war, sicherte sich das schnelle Herschfelder Trio zudem den souveränen Sieg in der Teamwertung.

Gut aufgestellt waren die heimischen Athleten auch in der Altersklasse M45. Die Ränge vier, fünf und sechs gingen dank Andreas Kreis (SV Herschfeld), Mike Hasenpusch (TSV Brendlorenzen) und Jan Gensler (SC Ostheim) an Rhöner Vereine. In der Altersklasse
M55 gelang den Herschfeldern gar ein Dreifach-Erfolg. Einen deutlichen Start-Zielsieg legte dabei Winfried Endres in 23:55 Minuten hin. Ihm folgten mit Respektabstand aber dennoch flott die beiden Teamkollegen Albrecht Wilm (28:16 Minuten) und Lukas Härder (29:12 Minuten) so dass die Herschfelder den zweiten Teamtitel feiern konnten. Zweiter der M65 wurde zudem Helmut Bott.

Manuela Greier ist Schnellste

Aber nicht nur die Männer in den blauen Herschfeld-Trikots zeigten tolle Leistungen. Mit W35-Siegerin Julia Kessler und Heidi Patermann als Vizemeisterin der W45 gab es zwei weitere Podiumplätze für den SV. Ein beherztes Rennen legte auch die Hollstädterin Manuela Greier hin. In gerade einmal 29:09 Minuten lief sie die schnellste Zeit aller Seniorinnen und siegte damit auch in der W45.

Als besonders spannungsgeladen sollte sich das abschließende Rennen über die Langstrecke von 9070 Metern sowohl bei den Männern als auch den Frauen zeigen. An der Spitze setzte sich mit Filimon Habtemikael (LG Karstadt-Gambach-Lohr), Sven Perleth (SC Ostheim) und Hans Appel (DJK Schweinfurt) schnell ein Trio ab, dass sich nach längerer Führungsarbeit vom Ostheimer in der Tempoarbeit abwechselte. Zwei Runden vor Schluss setzte der Lokalmatador zur Attacke an und riss schnell eine Lücke von knapp 20 Metern zwischen sich und Perleth, der wiederum einen ähnlichen Vorsprung auf den Schweinfurter innehatte. Da sich der Führende auch bis ins Ziel keine Schwächephase mehr erlaubte ging der Vizetitel wie im Vorjahr in die Rhön. Den Teamerfolg holten sich die Ostheimer aber in diesem Jahr zurück: Dank toller Leistungen auf den Rängen fünf und sechs von Daniel Schmidt und Michael Söder ging der beste Gesamtpunktestand auf das Konto der Ostheimer.

Susanne Haßmüller ist Vizemeister

Lange Zeit war auch im Frauenrennen keine Favoritin auszumachen. Seite an Seite ging es für Susanne Haßmüller und Leonie Theis (TV Ochsenfurt) über sieben von acht Runden. Kurz vor Beginn der letzten Runde zog Doppelstarterin Theis dann das Tempo erheblich an und konnte sich Meter für Meter von Haßmüller absetzen. Im Ziel bleiben die Uhren 17 Sekunden hinter der Ochsenfurterin stehen, wobei sich die neue Vizemeisterin dennoch zufrieden zeigte: „Leonie war heute super stark am Berg. Da ist sie mir immer ein paar Meter weggezogen und ich konnte das bergab wieder zulaufen“, so Haßmüller, „sie ist einfach top in Form.“ Sehr zufrieden konnten auch die hinter ihr einlaufende Rhöner Fraktion sein: Nadine Richter (SC Ostheim) schnappte sich als Dritte den weiteren Podestplatz und auch die Herschfelderin Lisa Nöth und die nächste Ostheimerin, Antje Weber, ließen als Vierte und Fünfte nicht lange auf sich warten. Wie bei den Männern reichte diese Teamleistung auch bei den Frauen zum Meistertitel.

Artikel aus der Rhön-Saalepost vom 06.03.2018 https://www.rhoenundsaalepost.de/lokalsport/aktuelles/art2829,629250